Unabhängiges Magazin für Wirtschaft und Bildung

01. October 2020

Search form

Search form

Digitale Verwaltungsoffensive für NÖ-Landeskindergärten

Digitale Verwaltungsoffensive für NÖ-Landeskindergärten © NLK Pfeiffer

Das Thema Digitalisierung hält nun auch in der niederösterreichischen Kindergartenorganisation Einzug. Entlastung und Mehrwert für die Pädagoginnen als zentraler Schwerpunkt einer modernen Verwaltung in Österreichs größtem Bundesland.

(red/czaak) In nahezu allen österreichischen Kindergärten gibt es aktuell immer noch eine Vielzahl von oft händisch geführten Listen und Formularen. Zeitgemäß moderne Schnittstellen zwischen den Stellen im Kindergarten-Verwaltungsprozess fehlen, der bürokratische Aufwand für alle Beteiligten ist entsprechend groß und belastet die Ressourcen. In Niederösterreich soll sich das nun mittels des digitalen Verwaltungsprogramms ändern und das von Beginn weg flächendeckend in allen 1.058 Landeskindergärten der 573 Gemeinden und vier Statuarstädten von Österreichs größtem Bundesland.

„Wir wollen die PädagogInnen von Verwaltungsaufgaben entlasten, damit sie noch mehr Zeit für die Betreuung der Kinder in den Landeskindergärten haben“, erläutert Johanna Mikl-Leitner, Landeshauptfrau von Niederösterreich bei der gemeinsamen Präsentation mit Christiane Teschl-Hofmeister, NOe-Bildungslandesrätin. Vom Verwaltungsaufwand sollen zudem auch alle für die Kindergartenverwaltung zuständigen Behörden entlastet werden. „Wir wollen weg von der Zettelwirtschaft hin zu einer digitalen Verwaltung, was zu einer Win-Win-Situation für alle Beteiligten führt“, unterstrich die NOe-Landeschefin.

Laptops und pädagogisch sinnvolle Maßnahmen für alle Landeskindergärten
Ab dem Kindergartenjahr 2020/21 wird in 46 Kindergärten der Echtbetrieb erprobt und ab dem Frühjahr 2021 dann in allen Kindergärten umgesetzt. Parallel dazu werden die zuständigen Verwaltungsbehörden etappenweise in das System eingebunden. Damit alle Landeskindergärten diese verwaltungstechnische Digitalisierungs-Offensive mittragen können, werden sie ab dem Herbst 2020 mit Laptops ausgestattet. Laut einer Studie werde damit der Verwaltungsaufwand im Kindergartenbereich um bis zu 20 Prozent reduziert. „Dafür nehmen wir eine Million Euro in die Hand“, so Mikl-Leitner weiter.

Generell seien in Niederösterreich über 52.000 Kindergartenkinder und 8.800 Mitarbeiter in die Digitalisierungs-Offensive integriert, so Teschl-Hofmeister. Pro Jahr gibt es in den Kindergärten rund 15.000 Neuanmeldungen – ab nun sollen alle Schritte in der Verwaltung automatisiert passieren. Um die Kinder spielerisch auf die Digitalisierung vorzubereiten, sind alle 1.700 Kindergartenstandorte mit sogenannten Bee-Bot-Sets ausgestattet. Die Kommunikation mit den Eltern und zuständigen Stellen funktioniert wiederum mit einem Online-Mitteilungsheft.

Links

red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 14.01.2020