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22. September 2018

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Daten - oder Wissen schafft

Daten - oder Wissen schafft© Bildderbox.com

Data Science. Neue Ansätze bei Management und Auswertung von Daten.

Aktuelle IT-Infrastrukturen beinhalten meist intern gewachsene Systeme und externe Cloud-Dienste. Dazu kommen Internet-of-Things (IoT) Lösungen, wo weitere Geräte und Maschinen vernetzt werden. Die dabei entstehenden Datenströme gilt es nun sinnvoll zu nutzen.
Im praktischen IT-Betrieb müssen zunehmend unterschiedliche Komponenten zu einem Gesamtsystem verbunden werden. Eine Folge solcher heterogener Architekturen ist eine aufwändige Administration mit dem Thema Daten im zentralen Mittelpunkt. Damit nun Unternehmen hauseigene IT-Systeme bedarfsorientiert in externe Cloud-Umgebungen ausweiten können, hat Fujitsu eine Art Cockpit auf Basis eines sogenannten Enterprise Service Catalog Managers entwickelt, und das Hasso-Plattner-Sofware-Institut (HPI) im deutschen Potsdam hat die Fujitsu-Anwendung nun im Praxisbetrieb eingesetzt.
Ausgangsbasis war die IT-Infrastruktur des HPI, die primär Wissenschaftlern für Forschungsprojekte zur Verfügung steht und die mit Partnern wie Fujitsu, HP oder SAP betrieben wird. Für das Management dieser entsprechend umfangreichen Systemlandschaft nutzte das HPI bis dato eine eigene Lösung, die bei der Verwaltung jedoch sehr ressourcenaufwändig war.
„Die neue Fujitsu-Anwendung hat uns schon beim ersten Test überzeugt, insbesondere das Management unserer heterogenen Infrastruktur ist damit weitaus übersichtlicher und einfacher,“ so Bernhard Rabe vom HPI. „Unternehmen können Usern einen nutzungsbezogenen Zugang zu Cloud-Diensten zur Verfügung stellen, wo auch das Identity Management oder die Abrechnung der Services beinhaltet ist,“ ergänzt Wilhelm Petersmann von Fujitsu.

Wertvolle Information aus unübersichtlichen Datenmengen
Ein zentrales Thema bei heterogenen IT-Infrastrukturen ist Auswertung und Nutzung der entstehenden Datenströme, auch Data Science genannt. Die unternehmerischen Einsatzgebiete sind vielfältig, im Bereich der Fertigungsindustrie können etwa Maschinen automatisiert gewartet werden bevor sie ausfallen (engl. Predictive Maintanace). In Branchen mit vielen Kundenkontakten können Verkaufsprozesse unterstützt werden, bei Online-Shops lassen sich Kundenwünsche vorhersagen und über Speicherung und Analyse bestimmter Verhaltensmuster lassen sich auch Betrugsversuche in Echtzeit erkennen (engl. Fraud Detection).
Ein Unternehmen an dieser Schnittstelle zwischen großen Datenmengen (Big Data) und ihrer Verwertung im betrieblichen Geschäft ist die österreichische Advanced Information Management Consulting (AIMC). „Wir destillieren aus unübersichtlichen Datenmengen wertvolle Informationen, die dann mit dem Kunden aufbereitet werden und als Entscheidungsgrundlage für die Optimierung von Produkten und Prozessen oder für neue Geschäftsmodelle dienen“, so Martin Weigl, Geschäftsführer von AIMC. Ein Schwerpunkt liegt auch im Bereich Medizin, wo AIMC die selbstlernende Wissensplattform Medical Content Analytics zur Auswertung unstrukturierter Arztbriefe entwickelt hat.
Aktuell hat sich nun Kapsch an der 2002 gegründeten AIMC beteiligt und erste gemeinsame Projekte im Bereich Industrie 4.0, Gesundheitswesen und Tourismus gestartet. „Bei allen Digitalisierungsprojekten und IoT-Lösungen geht es letztlich um Daten und daraus Handlungen abzuleiten. Auch personenbezogene Daten aus unterschiedlichsten Quellen zusammenzuführen und sinnvoll zu interpretieren, ist die zukünftige Aufgabe solcher Data Scientists,“ erläutert Jochen Borenich, Mitglied des Vorstands bei Kapsch BusinessCom.

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red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 03.07.2018