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07. März 2021

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Der schnellste und verlässlichste Corona-Test der Welt

Der schnellste und verlässlichste Corona-Test der Welt© TU_Wien_IMG

TU-Wien entwickelt den aktuell schnellsten Corona-Test der Welt. Neuartige Bio-Chip-Technologie kann in unerreichter Schnelligkeit extrem kleine Zahlen von Viren verlässlich nachweisen. Verfahren auch für andere Viren nutzbar.

(red/mich/cc) Bisherige Corona-Schnelltests beruhen auf bekannten Nachweisverfahren, wie sie auch schon für andere Viren verwendet wurden. An der TU-Wien wurde nun eine neuartige Testmethode entwickelt, die auf einem veränderten Messprinzip beruht. Diese Methode kann deutlich schneller ein Ergebnis liefern als bisher und sie ist zudem extrem sensibel, so die TU Wien in einer Aussendung. Drei bis fünf Viren genügen bereits, um verlässlich ein Signal zu erzeugen. Damit wird auch die Gefahr von falsch-negativen Ergebnissen minimiert.

Große Testkapazitäten
Das neue Verfahren wurde bereits zum Patent angemeldet. Einige Monate Entwicklungszeit werden bis zum marktreifen Prototyen noch vergehen. Danach, so hofft das Forschungsteam, könnte der neue Test etwa dazu verwendet werden, vor öffentlichen Veranstaltungen eine große Zahl von Personen in sehr kurzer Zeit mit hoher Zuverlässigkeit durchzutesten.

„Wir beschäftigen uns schon lange mit Bio-Chip-Technologien, wo man mit winzigen Flüssigkeitsmengen arbeitet, die in den feinen Kanälen eines Bio-Chips präzise gesteuert und untersucht werden können. Genau diese Technologien werden nun verwendet, um einen hochsensitiven Corona-Schnelltest zu entwickeln“, erläutert Peter Ertl, Leiter der Cell-Chip-Forschungsgruppe am Institut für Chemische Technologien und Analytik der TU-Wien.

Jedes Virus wird durch ein winziges Stück Gold markiert
Im ersten Schritt werden im Biochip passende Antikörper angebracht, die das gesuchte Virus festhalten können. Falls die untersuchte Probe Viren enthält, werden diese dort fixiert. Danach kommt eine weitere ganz spezielle Sorte von Antikörpern ins Spiel: Sie sind frei beweglich, allerdings mit einem Nanopartikel aus Gold versehen. Diese Antikörper binden an den fixierten Viren, jedes Virus wird somit durch ein winziges Stück Gold markiert.

Diese Markierung lässt man nun mit Hilfe einer Silberlösung wachsen und überall dort, wo sich ein Virus befindet, bildet sich ein Silberkomplex mit goldenem Kern. Nach kurzer Zeit ist diese Edelmetallstruktur so groß, dass sie einen elektrischen Kontakt zwischen zwei Elektroden herstellt. Plötzlich fließt Strom, eine Lampe leuchtet auf – und das ist der Beweis, dass sich zwischen den Elektroden ein Virus befunden haben muss.

Sicher und schnell und anpassbar an unterschiedliche Viren
„Bisherige Test werden im Normalfall durch bloßes Hinsehen ausgewertet, wenn sich ein Teststreifen verfärbt. Bei einer sehr kleinen Zahl von Viren ist der Effekt möglicherweise zu klein, um wahrgenommen zu werden“, so Ertl. „Uns ging es nun darum, eine möglichst geringe Quote an falsch-negativen Ergebnissen zu haben und parallel auch schon geringste Virusmengen nachweisen zu können“, betont TU-Experte Ertl die Vorteile der neuen Methode.

Ein weiterer Vorteil ist, dass der Test extrem schnell funktioniert und das ohne Zusatzgeräte, der Chip selbst genügt. „Bisherige Tests dauern etwa zwölf Minuten. Wenn ich etwa vor einer großen Veranstaltung alle Personen durchtesten will, wird das schwierig. Mit unserem Test kann das viel schneller gelingen“, unterstreicht Ertl. Das Team arbeitet nun an einem praktikablen Prototyp. „Dass die Methode gut funktioniert, wissen wir. Unsere neue Technologie ist nicht nur für Coronaviren anwendbar, man kann sie an beliebige Arten von Viren anpassen“, ergänzt TU-Forscher Ertl.

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red/mich/cc, Economy Ausgabe Webartikel, 07.12.2020