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20. Juni 2018

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Die Produktionstechnik von morgen

Die Produktionstechnik von morgen© piqs.de/joerg klemmer

Das neue Zentrum für angewandte Forschung „Center for Digital Production (CDP)“ hilft Unternehmen auf dem Weg zur „Industrie 4.0“.

Die Produktionstechnik ändert sich rasant. Auch komplexe Arbeitsschritte lassen sich automatisieren, in den Fabriken der Zukunft sollen ganz unterschiedliche Maschinen effizient miteinander zusammenarbeiten. Wie das am besten gelingen kann, wird am Center for Digital Production (CDP) erforscht, einem COMET-Zentrum, an dem zahlreiche Partnerorganisationen aus Forschung und Wirtschaft beteiligt sind. Angesiedelt ist das CDP an der Pilotfabrik der TU Wien in der Seestadt Aspern.

Smart Factories
Die Produktion der Zukunft wird vollständig von Informationstechnologie durchzogen sein: Von der Akquisition der Aufträge bis zur Auslieferung an die Kunden soll es eine geschlossene Automations-, Steuerungs- und Dokumentationskette geben. Jeder Schritt kann in vernetzten Computersystemen abgebildet, geplant und optimiert werden. In solchen „Smart Factories“ kann auch die Produktion kleiner Losgrößen hocheffizient erfolgen. Dadurch kann man besser und flexibler auf Sonderwünsche von Kunden reagieren.
An der TU Wien beschäftigt man sich seit Jahren intensiv mit diesem Thema, besonders etwa am Institut für Fertigungstechnik (IFT). Auch mehrere Forschungsgruppen der Fakultät für Informatik der TU Wien sind an dem Projekt beteiligt. Für die Gründung eines K1-Zentrums hat man sich mit starken Partnern aus Wissenschaft, IT, Designautomation und Maschinenbauinformatik zusammengeschlossen, um die Herausforderungen der „vierten Industriellen Revolution“ umfassend adressieren zu können, so die TU-Wien in einer Aussendung.
„Als Technische Universität verbinden wir akademische Grundlagenforschung mit alltagstauglicher Anwendung. Das CDP ist ein ausgezeichnetes Beispiel dafür, wie Wissenschaft und Industrie voneinander profitieren können: Die Industrie wirft an der Praxis orientierte Forschungsfragen auf, die akademische Forschung entwickelt fundierte Lösungen dafür. Innovation entsteht in interdisziplinären Teams und liefert Antworten auf die Herausforderungen der laufenden industriellen Revolution“, erklärt Sabine Seidler, TU Wien-Rektorin.

Die Wirtschaftsuniversität Wien als Partnerin
Die Wirtschaftsuniversität Wien (WU) ist im Bereich der ökonomischen und rechtlichen Aspekte Projektpartnerin im CDP. Das Thema Digitalisierung wird an der WU in multidisziplinären Ansätzen unter Einbezug verschiedener Aspekte betrachtet. Neben dem Department für Informationsverarbeitung und Prozessmanagement und den dort angesiedelten Instituten wurde heuer auch ein Forschungsinstitut für Kryptoökonomie eingerichtet. Weitere betriebswirtschaftliche und juristische Abteilungen setzen sich etwa mit für das CDP relevanten Fragestellungen wie Governance oder Datenschutz auseinander.
„Ich freue mich, dass die WU ihre umfangreichen Kompetenzen in das neu errichtete Center for Digital Production einbringen kann. So werden Problemstellungen der angewandten Forschung im Bereich Produktion interdisziplinär aus den Blickwinkeln Technik, Wirtschaft und Recht gelöst. Wir sind davon überzeugt, dass nur durch eine interdisziplinäre Zugangsweise die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Innovation erhöht und der nachhaltige Nutzen für die österreichische Wirtschaft sichergestellt wird“, so Edeltraud Hanappi-Egger, WU-Rektorin.

Fördergeber
Das neue Zentrum ist Teil des Comet-Programmes der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG). Zusätzlich fördern das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) und die Stadt Wien, sowie die Länder Vorarlberg und Niederösterreich. Die Förderinstitutionen, vertreten durch Eva Czernohorszky (Wirtschaftsagentur Wien), Michael Wiesmüller (BMVIT) und Andreas Wildberger (FFG), waren sich bei der Eröffnung einig, dass der Start des CDP zusätzlichen Rückenwind für die heimische Innovationslandschaft bringen wird.
„Das nun eröffnete 'Center for Digital Production' spiegelt die weiter zunehmende Bedeutung der Digitalisierung wieder und adressiert gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum 'pro2future' umfassend und gezielt die Herausforderungen der vierten industriellen Revolution", betonen die beiden FFG-Geschäftsführer Henrietta Egerth und Klaus Pseiner. COMET wird von der FFG abgewickelt. Seit dem Programmstart 2008 wurden rund 1,8 Milliarden Euro investiert, zur Hälfte durch den Bund (Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaft/BMDW, Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie/BMVIT) und die Bundesländer, zur anderen Hälfte durch Wirtschaft und Wissenschaft. Aktuell gibt es 23 Zentren.

Links

red/cc, Economy Ausgabe Webartikel, 23.03.2018