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15. Dezember 2017

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Die Vögel mit dem Werkzeugkasten

Die Vögel mit dem Werkzeugkasten© piqs.de/sb

Kakadus gehen überaus sorgsam mit selbst hergestelltem Werkzeug um.

Goffin-Kakadus sind für ihre außergewöhnlichen Intelligenzleistungen bekannt. So stellen sie selbst Werkzeug her, um an Futter zu gelangen. Wiener Forscher berichten nun im Fachjournal "Animal Behaviour", dass die Vögel auf ihr Werkzeug auch sorgsam aufpassen.
Nur ganz wenige Tierarten nutzen Werkzeug, Schimpansen etwa, aber auch Keas oder Rabenvögel. Vor einigen Jahren wurde diese Fähigkeit erstmals auch bei in Gefangenschaft gehaltenen Indonesischen Goffin-Kakadus beobachtet. Sie beißen etwa mit ihrem kräftigen Schnabel längliche Splitter aus einem Holzbalken oder richten einen verzweigten Ast so zurecht, dass sie damit eine Nuss holen können, die außerhalb ihrer Reichweite liegt.

Überraschend
Das war für die Wissenschafter überraschend, da die Vögel in freier Wildbahn keine Werkzeuge gebrauchen und sich die Vögel diese Fähigkeit selbst aneigneten. Nun haben Forscher der Veterinärmedizinischen Universität Wien überprüft, ob die Tiere auch verstehen, dass sie ein Werkzeug wiederverwenden können. Dazu wurden in Bodennähe und in erhöhter Position in mehrere Boxen Cashewnüsse gelegt, die nur durch Werkzeug erreichbar waren.
Die Vögel mussten also überlegen, ob sie ihr Werkzeug noch für weitere Nüsse brauchen werden und sie es bei sich behalten können, ohne beim Fressen gestört zu sein. Speziell bei den erhöht angebrachten Boxen behielten die Kakadus schneller und öfter ein Werkzeug bei sich und ließen es nach der ersten Nuss nicht einfach fallen. Die Goffin-Kakadus erkannten, dass es effizienter war, ein erfolgreiches Werkzeug nicht aufzugeben.
Den Vögeln sei nach wenigen Versuchen klar gewesen, dass sie das Werkzeug vor allem dann wiederverwenden sollten, wenn sie schneller an die Belohnungen in den höheren Boxen kommen wollten." Schließlich würde das Zurückholen des Werkzeugs einen höheren Aufwand bedeuten.

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APA-Science/red/stem, Economy Ausgabe Webartikel, 11.06.2017