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14. Dezember 2017

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Katastrophenvorsorge per Satellit

Katastrophenvorsorge per Satellit© Bilderbox.com

Mit Hilfe von Satelliten messen Forscher der TU Wien die Bodenfeuchte in Kenia. Die gewonnen Daten sollen helfen, die Dürregefahr im Land besser einzuschätzen.

Seit einem Jahr fallen die Niederschläge in Kenia stark unterdurchschnittlich aus. Die Böden sind dementsprechend trocken, die Nahrungsmittelproduktion ist zurückgegangen. Hält die kritische Lage an, könnten 2,6 Millionen Menschen von Hunger betroffen sein, warnt unter anderem die Caritas. Bereits im Februar hat die kenianische Regierung einen nationalen Dürrenotstand ausgerufen.

Rechtzeitige Hilfe
Um das Ausmaß der Gefahr richtig einschätzen zu können, misst die TU Wien nun per Satellit die Bodenfeuchte in dem ostafrikanischen Land. Bodenfeuchte ist ein entscheidender Parameter für die Vorhersage von Dürrekatastrophen. Denn die die Feuchtigkeit, die im Boden gespeichert ist, hat einen direkten Einfluss auf das Pflanzenwachstum und somit auf die Überlebenschancen von Menschen und Tieren.
„Mit den Methoden, die wir an der TU Wien entwickelt haben, können wir Satellitendaten nutzen, um die Bodenfeuchte zu messen, ohne vor Ort sein zu müssen“, erklärt Wolfgang Wagner vom Institut für Geodäsie und Geoinformation der TU Wien die Vorgangsweise. Die Messungen haben einen wichtigen praktischen Hintergrund: Für Hilfsorganisationen ist es äußerst wichtig, etwaige Hungerkatstrophen so früh wie möglich zu prognostizieren, um Hilfsmaßnahmen rechtzeitig vorzubereiten.

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red, Economy Ausgabe Webartikel, 10.11.2017