Unabhängiges Magazin für Wirtschaft und Bildung

20. October 2017

Search form

Search form

Silicon Austria mit Forschungszentrum für Mikroelektronik in der Steiermark

Silicon Austria mit Forschungszentrum für Mikroelektronik in der Steiermark© Steiermark.at:Streibl

Hauptsitz des neuen Forschungszentrums für Mikroelektronik geht an die TU Graz. Der Standort soll rund 200 Millionen Euro und über 200 neue hoch qualifizierte Arbeitsplätze für die Steiermark bringen.

Das neue Forschungszentrum für Mikroelektronik auf Weltniveau schlägt sein Hauptquartier in der Steiermark auf. Der Sitz von Silicon Austria wird bei der Technischen Universität Graz eingerichtet. Ziel der Forschungsinitiative ist, die österreichischen Kompetenzen in der Elektronik und Mikroelektronik zu bündeln und heimische Betriebe international an die Spitze zu bringen. Die Geschäftsführung in Graz übernimmt die Gesamtkoordination des Forschungszentrums mit Standorten auch in Villach und Linz.
Auf über 2.800 m² werden künftig Forscher in der steirischen Landeshauptstadt am Schwerpunkt System-Integration arbeiten und dabei etwa das reibungslose Zusammenspiel unterschiedlicher Komponenten, wie Radarsensoren, GPSEmpfang, Stromversorgung und Internetverbindung in einem selbstfahrenden Auto untersuchen. Infrastrukturministerium, Land Steiermark und die Industrie investieren in der Steiermark in den nächsten fünf Jahren in Summe rund 200 Millionen Euro.

Weiteres Stärkefeld in Steiermark
„Mit Silicon Austria haben wir das Herzstück des Weltklasse-Forschungszentrums für Mikroelektronik in die Steiermark geholt. Damit bringen wir unsere heimischen Betriebe international an die Spitze und schaffen über 200 Top-Arbeitsplätze,“ betont Infrastrukturminister Jörg Leichtfried. „Mikroelektronik Made in Austria wird zu einer Weltmarke. Was die Schweizer bei den Uhren sind und die Deutschen früher bei den Autos waren, werden Österreich und die Steiermark für Elektronik und Mikroelektronik“, so Leichtfried weiter.
„Mit dem 2016 gegründeten Silicon Alps Cluster, unseren Vorzeigeunternehmen wie etwa ams, AT&S, EPCOS, Infineon oder NXP sowie unseren Hochschulen und Forschungseinrichtungen hat sich die Mikroelektronik zu einem weiteren steirischen Stärkefeld entwickelt,“ ergänzt Barbara Eibinger-Miedl, Wirtschafts- und Wissenschaftslandesrätin in der Steiermark.
 
Drei Forschungsstandorte mit unterschiedlichen Schwerpunkten
Die drei Standorte von Silicon Austria werden mit unterschiedlichen Schwerpunkten in Graz, Linz und Villach eingerichtet. Villach forscht an „Sensorik und Sensorsystemen“ sowie „Leistungselektronik“, Linz im Bereich „Hochfrequenz“ und „BigData sowie Datenmanagement“ und Graz verbindet diese Themen mit dem Schwerpunkt „System- Integration“.
Insgesamt werden rund 280 Millionen Euro in das Forschungszentrum investiert. Der Bund steuert 70 Millionen Euro bei, die Bundesländer Steiermark, Kärnten und Oberösterreich gemeinsam die gleiche Summe. Die Industrie wird diesen Betrag mit 140 Millionen Euro in den nächsten fünf Jahren verdoppeln.
Elektronik und Mikroelektronik sind die Basis für die Digitalisierung. Sie durchziehen jetzt schon alle Lebensbereiche, wie Handy, elektrische Zahnbürste, Assistenzsystem eines Autos oder die computergesteuerte Maschine in der Fabrik. Rund ein Zehntel der weltweiten Wirtschaftsleistung hängt direkt oder indirekt von Elektronikprodukten ab. In Österreichs Elektronikindustrie arbeiten mehr als 63.000 Menschen in über 180 Unternehmen und erwirtschaften einen Umsatz von rund 80 Milliarden Euro.

red/cc, Economy Ausgabe Webartikel, 22.09.2017