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14. Dezember 2017

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Der symbolische Kampf um Solidarität

Der symbolische Kampf um Solidarität© Bilderbox.com

Mit den Auswirkungen des beschleunigten soziökonomischen Wandels auf den gesellschaftlichen Zusammenhang beschäftigt sich ein vom Wissenschaftsfond FWF gefördertes Projekt osterreichischer und ungarischer Soziologen.

Im Mittelpunkt des Forschungsprojekts SOCRIS (Solidarität in Krisenzeiten), an dem sich Soziologen aus Österreich und Ungarn beteiligen, stehen unterschiedliche Sichtweisen des Begriffs Solidarität: „Vor unseren Augen läuft ein symbolischer Kampf darüber ab, was Solidarität ist und sein soll. Auch rechtsextreme und rechtspopulistische Bewegungen reklamieren Solidarität für sich“, erklärt der am Projekt beteiligte Soziologe Jörg Flecker.

Was bedeutet Solidarität?
Bei der Definition von Solidarität gehe es stets um Zusammenhalt, Gerechtigkeit und Gegenseitigkeit in einer Gruppe. Aber wer zu der Gruppe dazu gehört und wer nicht, wird unterschiedlich definiert. Während rechtspopulistische Gruppierungen eher auf Solidarität innerhalb einer national-ethnisch einheitlichen Gruppe pochen, kämpfen andere für transnationale Gerechtigkeit und eine demokratische Verbesserung des Systems.
Bis 2019 untersucht das Projekt SOCRIS nun die Gründe für diese unterschiedlichen Reaktionen auf die Folgen der wirtschaftlichen Verwerfungen und nimmt dabei Ähnlichkeiten zwischen Österreich und Ungarn ins Visier. Beteiligt an der Forschungskooperation sind Teams um Istvan Grajczjár von der Ungarischen Akademie der Wissenschaften sowie Jörg Flecker vom Institut für Soziologie der Universität Wien und der Forschungs- und Beratungsstelle für die Arbeitswelt (FORBA) in Wien.

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red/pd, Economy Ausgabe Webartikel, 08.09.2017