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14. Dezember 2017

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Menschen erhöhen laufend ihre Sparleistung

Menschen erhöhen laufend ihre Sparleistung© piqs.de/brand74

In Zentral- und Osteuropa haben die Sparer ihre monatliche Sparleistung um über zehn Prozent gesteigert, so eine aktuelle Studie der Ersten Gruppe für den bisherigen Jahresverlauf.

Zentral- und Osteuropa verzeichnet derzeit ein sehr solides und nachhaltiges Wachstum. Im laufenden Jahr sollen die Volkswirtschaften der Region doppelt so stark wachsen wie Westeuropa. Die dank der angespannten Arbeitsmarktlage gestiegenen Löhne und der breite wirtschaftliche Aufschwung haben es den Menschen in der gesamten Region erleichtert, Monat für Monat mehr zur Seite zu legen um zu sparen oder zu veranlagen, so die zentralen Ergebnisse der Studie.

Sparkonten als risikoaverse Anlageform
Die jährliche Studie Money Matters zeigt auf, dass sich in CEE in den letzten Jahren immer breitere Schichten der Bevölkerung über eine Verbesserung ihrer allgemeinen finanziellen Lage freuen konnten. Mehr als 36 Prozent der Sparer der Region sind mit ihren Möglichkeiten zu sparen und Geld anzulegen zufrieden. Das sind um vier Prozentpunkte mehr als 2016. Gleichzeitig sind die Menschen in CEE im Umgang mit dem Geld, das sie beiseite legen können, nach wie vor besonders risikoavers. Kunden bevorzugen nach wie vor Sparkonten und ähnliche Produkte, die kaum dazu geeignet sind, ihren finanziellen Wohlstand langfristig abzusichern, da sie im aktuellen Zinsumfeld nur geringe Erträge bieten, so die Analysen zur Studie.

Steigerung des Einlagenvolumens
Das Einlagenvolumen im Privatkundengeschäft der Erste Group selbst wuchs in der ersten Hälfte des laufenden Jahres um netto mehr als neun Milliarden Euro. Der Zufluss in die Vermögensverwaltungsprodukte für Privatkunden hat sich dabei gegenüber dem Vorjahr mehr als vervierfacht. Offensichtlich suchen die Menschen in CEE nach Möglichkeiten, für die Pension vorzusorgen oder auch andere langfristige Finanzpläne zu verfolgen, wenngleich das durch die derzeitige Geldpolitik geschaffene Niedrigzinsumfeld voraussichtlich noch eine ganze Weile eine Herausforderung darstellen wird. „Da wir als Bank um die Absicherung und die Förderung des Wohlstands unserer Kunden bemüht sind, besprechen wir mit jedem einzelnen Kunden, mit welchem individuellen Ansatz er im derzeit schwierigen Umfeld am besten seinen Weg findet", erklärt Peter Bosek, Privatkundenvorstand der Erste Group.

Geringes Interesse an kapitalmarkt-orientierten Anlageformen
Neben dieser weit verbreiteten Risikoaversion ist das in CEE vergleichsweise geringe Interesse an stärker Kapitalmarkt-orientierten Anlageprodukten, die höhere Erträge bieten könnten, aber auch mehr Risiko in sich bergen, wohl auch dem Stand der Finanzbildung in der Region zuzuschreiben. Tschechien und die Slowakei waren die einzigen in CEE erfassten Länder, in denen der Anteil jener, die sich über Finanzthemen und Bankprodukte sehr gut oder eher gut informiert fühlen, größer ist als der Anteil jener, die meinen über eher oder sehr ungenügende Kenntnisse zu verfügen. In allen anderen Märkten der Region ist der Prozentsatz der Befragten, deren Finanzwissen nach eigenen Angaben mangelhaft ist, höher.
Die 2017 Erste Group Money Matters Studie wurde im Spätsommer 2017 durchgeführt. Telefonische Befragungen erfolgten in Österreich, Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Rumänien, Kroatien und Serbien mittels eines CATI (Computer-gestützte Telefonumfrage)-Systems. In jedem Land wurden im Rahmen der Studie mehr als 500 Personen im Alter von über 15 Jahren befragt.

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red, Economy Ausgabe Webartikel, 27.10.2017