Unabhängiges Magazin für Wirtschaft und Bildung

17. Februar 2019

Search form

Search form

Netz für E-Mobilität Anwendungen wird dichter

Netz für E-Mobilität Anwendungen wird dichter© Bilderbox.com

Die Zahl öffentlicher Ladestationen für Elektroautos hat 2018 weiter zugenommen. Aktuell gibt es knapp 5.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte. Rund 3.000 davon sind nunmehr bereits im Netz des Bundesverbands Elektromobilität Österreich (BEÖ).

Bedarf und Nutzung moderner Anwendungen im Bereich der Elektromobilität nimmt kontinuierlich zu. Ein Bestandteil davon sind E-Autos und mit der auch hier wachsenden Zahl steigt parallel der Bedarf nach entsprechenden Lademöglichkeiten. „Das Netz von öffentlichen Ladeanschlüssen ist in Österreich im vergangenen Jahr auf insgesamt 4.866 angestiegen. Das entspricht einem Plus von 30 Prozent gegenüber 2017“, sagt Roland Ziegler, Sprecher des Bundesverband Elektromobilität Österreich (BEÖ).

Größtes Ladenetz Österreichs
Diese Zahlen gehen aus Daten des E-Tankstellenfinder hervor, wo sämtliche öffentliche Ladepunkte von Betreibern wie Energieunternehmen, Supermärkten oder Hotels erfasst werden. In der Zahl nicht enthalten sind private Lademöglichkeiten. „Die führenden Energieunternehmen drücken beim Ausbau der Ladeinfrastruktur weiter aufs Tempo. Mit rund 3.000 öffentlichen und zudem roamingfähigen Ladepunkten ist das Netz dieser BEÖ-Mitglieder bereits heute das größte Ladenetz Österreichs“, betont Ziegler und unterstreicht dabei auch „die umfangreichen Ausbaupläne für das heurige Jahr“.

Niederösterreich Spitze im Ländervergleich
Die größte Anzahl öffentlicher Ladepunkte innerhalb Österreichs gibt es mit 1.217 in Niederösterreich vor Oberösterreich mit 673 und der Steiermark (630). Wien zählt derzeit 616, Kärnten 497, dann folgt Tirol mit 430 vor Vorarlberg (399), Salzburg (277) und dem Burgenland (127). Mit knapp 5.000 Ladepunkten für aktuell rund 21.000 reine E-Fahrzeuge liegt Österreich weit über den grundsätzlichen Empfehlungen der EU-Kommission. Rein rechnerisch teilen sich hierzulande vier E-Autos einen Ladepunkt und die EU-Kommission rechnet mindestens einen Ladepunkt für zehn E-Fahrzeuge.
„Zu 80 Prozent wird zu Hause oder am Arbeitsplatz geladen, wobei in privaten Wohnanlagen und bei Firmenparklätzen noch Aufholbedarf besteht“, so Roland Ziegler. „Daher müssen jetzt im Wohnrecht rasch die rechtlichen Hürden beseitigt werden. Konkret geht es um die Installation von E-Ladestationen (Anm. sogenannte Wall-Boxen) in Mehrparteienhäusern“, ergänzt der Mobilitätsexperte.

E-Mobilitätsoffensive in den kommenden Monaten
Der Bundesverband Elektromobilität Österreich (BEÖ) begrüßt das kürzlich vorgestellte neue E-Mobilitäts-Förderpaket der Bunderegierung für die Jahre 2019/2020, empfiehlt jedoch zusätzlich steuerliche Anreize zu setzen, wie etwa den Wegfall der Umsatzsteuer bei Neukauf eines E-Fahrzeuges. „Diese Maßnahme hat vor allem in Norwegen dazu geführt, dass bereits jeder zweite neu zugelassene Pkw ein E-Fahrzeug ist“, erläutert Ziegler.
Als Verband vertritt der BEÖ (Bundesverband Elektromobilität Österreich) die Interessen von elf österreichischen Energieversorgungsunternehmen im Bereich Elektromobilität und setzt sich hierzulande für eine flächendeckende Versorgung mit Elektromobilität aus Erneuerbarer Energie ein. Die Mitglieder sind: Energie AG Oberösterreich, Energie Burgenland, Energie Graz, Energie Steiermark, die niederösterreichische EVN, Innsbrucker Kommunalbetriebe, Kärntner Elektrizitäts-AG, LINZ Strom, Salzburg AG, Vorarlberger Kraftwerke AG und die Wien Energie.

Links

red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 25.01.2019