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19. Juli 2019

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Intelligente Technologie gegen Schneelasten

Intelligente Technologie gegen Schneelasten© Bilderbox.com

Kapsch BusinessCom entwickelt mit Partnern innovativen Sensor auf textiler Basis zur Verhinderung bedrohlicher Schneebelastungen. Global erste Anwendung in Vorarlberg bestätigt Eignung für weitere Einsätze im kommunalen wie privaten Bereich sowie bei diversen Hilfskräften.

Was große Schneemengen anrichten können, zeigt die aktuelle Lage in Österreich. Abseits enormer Lawinengefahren und Straßenbehinderungen bringt das Gewicht der extremen Schneemassen gefährliche Belastungen für die Haltbarkeit von Gebäudeteilen und Dächern. Prognosen zur Einschätzung derartiger Gefahrensituationen sind selbst für Spezialisten eine große Herausforderung. In Vorarlberg ist nun weltweit erstmals ein textiler Schneelast-Sensor im Einsatz, der entsprechende Schäden und lebensbedrohliche Lastentwicklungen verhindern soll.

Smarter Lebensretter auf textiler Basis
Entwickelt wurde die Lösung von Kapsch BusinessCom gemeinsam mit der Grabher-Group und der Smart-Textiles Plattform Austria. Der intelligente Schneelast-Sensor auf textiler Basis soll zukünftig auch Einsatzkräfte, Kommunen und Privatpersonen unterstützen, die Gefahrenlage richtig einzuschätzen, um rechtzeitig zu handeln. Der Sensor selbst ist nur wenige Millimeter dick und wird direkt auf die Dachfläche montiert. Dort misst er das Gewicht des Schnees und alarmiert über eine Plattform, wenn eine entsprechende Schneelastgrenze erreicht ist.
Aktuell werden in Eichenberg (Vorarlberg) die textilen, digitalen Schneelast-Sensoren auf knapp 800 Metern Seehöhe und bei ca. 40 Zentimetern Schnee unter realen Bedingungen getestet. Der Startschuss für die Entwicklung fiel vor drei Jahren. 2018 stellten die Unternehmen den textilen Sensor erstmals der Öffentlichkeit vor und die Anwendung wurde in Folge beim Smart-City-Dornbirn-Wettbewerb ausgezeichnet. 

Angewandte Intelligenz nach mehrfacher Transformation
Der Prozess, um einen Stoff nicht nur digital sondern auch intelligent zu machen, ist komplex. „Im Zuge unserer täglichen Arbeit und unserer Erfahrung aus über 130 Digitalisierungs-Workshops haben wir bei Kapsch festgestellt, dass sich die meisten Digitalisierungsprozesse auf fünf Komponenten herunterbrechen lassen: Sensorik, Vernetzung, Plattform, Künstliche Intelligenz und Analyse sowie Applikation“, erklärt Jochen Borenich, Vorstand Kapsch BusinessCom.
Diese Komponenten kommen auch bei der Entwicklung der textilen Schneelast-Sensor-Lösung zum Einsatz. Am Anfang steht die Sensorik, die die Daten erfasst. Im Fall der Schneelasterkennung handelt es sich um intelligentes Gewebe, das das Gewicht des Schnees misst. Laufend werden die Schneelastdaten gesammelt und auf eine IoT-Plattform in Kapsch-eigenen Rechenzentren hochsicher übertragen und verschlüsselt gespeichert. Im nächsten Schritt werden diese Daten dann ausgewertet und analysiert.

In Echtzeit zum Endnutzer
Ab diesem Moment wird der Stoff intelligent und Daten werden zu Informationen, die Ereignisse und Entscheidungen steuern und beeinflussen können. Über die Plattform gelangen die notwendigen Informationen im letzten Schritt in Echtzeit zum Endnutzer. Dort kann er die Schneelastdaten über eine App ablesen und das ist dann wiederum der Moment, wo Big Data zu Smart Data wird - und somit für den Endnutzer verständlich, sinnvoll und nutzbar.
Sind die Werte erhöht, schlägt der textile, intelligente Schneelast-Sensor direkt Alarm. Für Kapsch BusinessCom ein weiteres praxisorientiertes Beispiel, wie digitale, smarte Lösungen die Sicherheit erhöhen und zudem auch den Alltag erleichtern: „Mit unserem Know-how als führender Digitalisierungsexperte setzen wir End-to-End-Projekte in allen Branchen um, von Industrie über den Gesundheitsbereich bis hin zum Smart Office um“, unterstreicht Borenich.  

Weitere Einsatzgebiete
„Das Know-how von Kapsch im Bereich Übertragung, Datensicherung und Analyse und unsere Expertise im gesamten textilen Bereich, ergänzt sich hier perfekt, um Stoffe smart zu machen und für den intelligenten Einsatz zu entwickeln“, ergänzt Günter Grabher, Vorstand der Grabher Group.
Da das Interesse an dieser Lösung aus gegebenem Anlass enorm hoch ist, wird diese derzeit in unterschiedlichen Szenarien und unter Realbedingungen ausgiebig getestet. Experten von Kapsch, Grabher und der Smart-Textiles Plattform planen bereits zusätzliche Funktionen. Das System soll beispielsweise auch Daten für die Einschätzung von Lawinensituationen liefern. 

Branchenübergreifende Partnerschaft für neue Geschäftsmodelle
Kapsch BusinessCom unterstützt als Digitalisierungspartner Unternehmen bei der Steigerung der Business Performance und Entwicklung neuer Geschäftsmodelle. Das Portfolio umfasst Technologielösungen für intelligente und vor allem sichere ICT-Infrastruktur, intelligente Gebäude-, Medien- und Sicherheitstechnik sowie diverse Outsourcing-Services. Kapsch setzt dabei auf Herstellerunabhängigkeit und Partnerschaften mit weltweit führenden Anbietern wie etwa Cisco sowie auf ein breites Experten-Netzwerk aus Forschung und branchenspezifischen Lösungsanbietern.
Die Grabher-Group, Unternehmen des Jahres 2018 mit Sitz in Vorarlberg, beherbergt neun Unternehmen, die sich mit den Produktionsschwerpunkten technische Textilien, Leichtbau-Faserverbundwerkstoffe, Nano-Plasmatechnologie und intelligente Textilien beschäftigen. Die Firmengruppe unterhält mit der V-trion textile research auch eine eigene Forschungseinrichtung in diesen Bereichen und zählt dabei speziell in der Forschung und Entwicklung von textilen Sensoren und Aktoren weltweit zum Spitzenfeld.

Links

red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 22.01.2019