Unabhängiges Magazin für Wirtschaft und Bildung

17. Februar 2019

Search form

Search form

Am Grabstein steht Firmenübergabe

Am Grabstein steht Firmenübergabe© Bilderbox.com

Fehlerhafte Betriebsübergaben vernichten pro Jahr mehrere Milliarden Euro an Unternehmenswerten. Streit, Krankheit, Tod und geschäftsspezifische Belange als Hauptursachen, so eine aktuelle Studie in Deutschland.

In Deutschland werden jährlich durch fehlerhafte oder gescheiterte Nachfolgeregelungen bei Betriebsübergaben über eine Milliarde Euro an Unternehmenswerten zerstört, einige Schätzungen tendieren sogar gegen Werte von über 100 Milliarden Euro. Diese Einschätzungen veröffentlichte die Beratungsgesellschaft BWS Consulting im aktuellen Report „Unternehmensnachfolge“. Basis für diesen Report war eine Befragung von 100 mittelständischen Betrieben in Deutschland, so ein Bericht von PressetextAustria.

Eine geordnete Übergabe
Der häufigste Grund für die Weitergabe eines mittelständischen Unternehmens an die nächste Generation sind familiäre Auseinandersetzungen (43 Prozent). Bei rund einem Drittel aller Fälle liegt das an den SeniorchefInnen, die nicht loslassen können oder wollen. Ebenfalls bei rund einem Drittel kommt es zu einem ungeordneten oder gar chaotischen Übergang, wenn die Seniorität plötzlich erkrankt oder stirbt und zuvor die entsprechende Nachfolge nicht ordentlich geregelt wurde.
"In der Realität werden es jedes Jahr ein paar Milliarden sein, die der deutschen Wirtschaft durch ungeordnete Nachfolgeregelung verloren gehen", sagt BWS-Chef Peter Hertweck. Unternehmerische Gründe als Problem bei Nachfolgregelungen folgen an vierter Stelle und das ist dann oftmals eine Veränderung beim Geschäftsmodell. Probleme bei der Finanzierung oder Konflikte zwischen Nachfolgern und Kapitalgebern sind mit zehn Prozent die Ausnahme bei den Ursachen.
Generell jedoch kommt es vergleichsweise nur bei rund 20 Prozent zu nachfolgespezifischen Problemen und 80 Prozent nehmen einen zufriedenstellenden Ausgang. Das denken zumindest 40 Prozent der befragten Studienteilnehmer.

Links

PressetextAustria/red/cc, Economy Ausgabe Webartikel, 17.12.2018