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07. Februar 2023

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Beste Werte für Standort Niederösterreich vor Wahlentscheidung

Beste Werte für Standort Niederösterreich vor Wahlentscheidung© NLK Filzwieser

Von Kaufkraft über Wirtschaftswachstum bis Forschungsquote und Arbeitsmarkt zählt Niederösterreich im Bundesländervergleich zu den Besten. Landeshauptfrau und VP-Chefin Johanna Mikl-Leitner begleitet und verantwortet diese Entwicklung seit 1995.

(Christian Czaak) Wenn Lebensmittelpunkt und Firmensitz in Niederösterreich liegen und die berufliche Profession in Richtung kritisch-objektiver Erörterung von Themen im Bereich Wirtschaft und Bildung geht, dann ist die aktuelle Landtagswahl in Österreichs größtem Bundesland sozusagen ein berichtenswertes Muss.

Tendenziöse Berichterstattung sogenannter Qualitätsmedien
Ein berichtenswertes Muss gilt aber auch im Kontext mit, bzw. besser gegen schwer tendenziöse Berichte in einem sogenannten Qualitätsmedien, wo etwa in einem Interview mit Johanna Mikl-Leitner die aktuell 98-prozentige Kinderbetreuungsquote in NÖ als „skandalös“ bezeichnet wird (wegen zu geringer Angebote für unter 3-Jährige) oder ein gelernter Autovergleichstestberichteschreiber die aktuellen NÖ-Wahlplakate auf einer rein persönlichen Ebene vernichtet.

Unabhängiger Bundesländerverglich bei Statistik Austria, WKÖ und FFG
Wir bleiben bei objektiv-kritisch und sehen uns unabhängige Zahlen von Statistik Austria, IHS, Wifo, Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) oder Wirtschaftskammer an. Hier werden alle Bundesländer Österreichs bei standortpolitischen Faktoren wie Wirtschaftswachstum (BIP), Kaufkraft, Forschungsquote, Start-Ups sowie Patentgründungen von unabhängigen Experten bewertet und verglichen.

Erfolgreiche Transformation des einstigen Agrar- und Industrielandes
Grundsätzlich hat Niederösterreich mittlerweile eine vielfältige Wirtschaftsstruktur mit Branchenschwerpunkten im Bereich Produktion und Bau, Handel und Energie sowie Landwirtschaft, Tourismus und Finanzwesen. Die Transformation des einstigen Agrar- und Industrielandes zu einem modernen Standort mit einer vielfältigen Wirtschaft ist gelungen und das flächendeckend unter strategischer Einbindung regionaler Aspekte.

Regional verankerte Wirtschaftsförderung und gezielte Offensiven bei Innovation
Basis für diese Entwicklung war und ist eine auch regional verankerte Wirtschaftsförderung und gezielte Bildungsoffensiven. 1962 wurde der österreichweit erste Wirtschaftspark in Wr. Neustadt gegründet, heute umfasst das von der NÖ-Betriebsansiedelungsagentur Ecoplus verantwortete Programm über 40 (!) flächendeckend verteilte Wirtschaftszentren. Ab 1988 folgen die Regionalinnovationszentren (RIZ), ebenso regional abgestimmt und mit aktuell 13 Standorten. 2002 kommt TecNet als landeseigene Risikofinanzgesellschaft für Neugründungen im Bereich Innovation und Technologie.

Bildung und Wissenschaft als Fundament für Arbeitsmarkt und Wirtschaft
Das Fundament für eine erfolgreiche Entwicklung bei Wirtschaft und Arbeitsmarkt sind Bildung und Wissenschaft und auch hier agiert Niederösterreich nachhaltig erfolgreich. 1995 erfolgt die Gründung der Donau Uni Krems, ein Projekt dessen erfolgreiche Genese laut dem damaligen NÖ-Landeschef Erwin Pröll „Mut machte“. Diese Erfahrung sollte 17 (!) weitere Hochschulstandorte in ganz Niederösterreich ermöglichen, von Krems und St. Pölten über Tulln und Wr. Neustadt bis hin zu Trumau und Wieselburg.

Med-Austron Wiener Neustadt und ISTA Klosterneuburg als internationale Leuchtturmprojekte
Johanna Mikl-Leitner begleitet diese Entwicklungen im leitenden ÖVP-Management bereits ab 1995 und übernimmt 1998 die Geschäftsführung der ÖVP-Niederösterreich. In dieser zentralen Funktion begleitet sie dann auch die Gründung und Entwicklung von zwei standortpolitisch besonders wichtigen Projekten: 1996 erfolgt die Initialzündung für das Strahlentherapie-Zentrum Med Austron in Wiener Neustadt und 2006 für das Institut for Science and Technology Austria (ISTA) in Klosterneuburg, das 2009 eröffnet wird. Heute sind beides Institutionen von internationalem Weltrang, was regelmäßige internationale Evaluierungen und „Lernbesuche“ anderer Staaten belegen.

Um 20 Prozent höherer BIP-Wert als Bundesdurchschnitt
Runtergebrochen nun auf die eingangs angeführten Zahlen und Bundesländervergleiche hat NÖ im letztverfügbaren Jahr 2021 trotz Krise ein regionales BIP bzw. BRP (Brutto-Regionalprodukt) von + 5,4 Prozent erwirtschaftet und belegt damit im Bundesländerranking Platz Drei (nach Kärnten/7,3 und OÖ/6,1 Prozent). Der Wert für Gesamt-Österreich liegt bei + 4,5 Prozent. Laut Statistik Austria sind dafür in NÖ insbesondere Zuwächse in den Bereichen Verkehr/Mobilität, Dienstleistung und Logistik/Lagerhaltung verantwortlich.

Höchstes Pro-Kopf-Einkommen im Bundesländervergleich
Beim für die Menschen wahrscheinlich wichtigsten Wert „Pro-Kopf-Einkommen“ belegt Niederösterreich im Bundesländervergleich den ersten Platz. Für die Privaten Haushalte werden mit 25.600 Euro das österreichweit höchste verfügbare Einkommen ausgewiesen, so die Zahlen der Statistik Austria. Der Bundesdurchschnitt liegt hier bei 24.400 Euro. Stark angestiegen ist in Niederösterreich laut den Erhebungen auch das Einkommen der Selbständigen.

Höchste Anzahl an Erwerbstätigen nach Wien
Den Spitzenplatz beim „Pro-Kopf-Einkommen“ spiegelt auch die Zahl der Erwerbstätigen, wo Niederösterreich mit exakt 820.000 (19 Prozent Bundesanteil) den höchsten und arbeitsmarkttechnisch besten Bundesländer-Wert nach der Landeshauptstadt Wien (20 Prozent) hat. Auch bei der Anzahl der Unternehmen erreicht NÖ mit 142.127 eingetragenen Mitgliedsbetrieben den höchsten Bundesländer-Wert nach Wien mit 146.167.

Spitzenplätze bei neu gegründeten Unternehmen
Schaut man sich hier noch die Entwicklung über die letzten zehn Jahre (2012 bis 2021) an, dann schafft Niederösterreich mit 24.710 neuen Betrieben auch hier den besten bzw. höchsten Wert vor der Steiermark (+ 20.499) und Wien (+ 19.078). Rein im Jahr 2021 liegt NÖ mit 8.098 neu gegründeten Unternehmen auf dem zweiten Platz nach Wien mit 9.034. Diese Zahlen spiegeln entsprechend auch die gezielten Aktivitäten von Ecoplus, RIZ und TecNet.

Vordere Plätze bei Patenten und Forschungsförderungsvolumen
Bei den erteilten Patenten liegt Niederösterreich im Bundesländervergleich bei der Zahl von 86 (191 Anmeldungen) und belegt den vierten Platz, hinter den industrieschweren Ländern OÖ/255 und Steiermark/232 sowie der Landeshauptstadt Wien/158. Gleiches gilt für die Forschung, wo NÖ laut letztverfügbaren FFG-Zahlen für 2020 mit 50 Mio. Euro Fördervolumen (ohne Breitband) ebenso den vierten Platz erreicht, nach Wien/169, Stmk./128 und OÖ/119 Mio. Euro.

Ausgewogener Branchenmix bei Erwerbstätigen belegt erfolgreiche Transformation
Diese Ergebnisse spiegeln umgekehrt auch einen standortpolitisch ausgewogeneren Branchenmix und belegen die zuvor erwähnte erfolgreiche Transformation des einstigen reinen Agrar- und Industrielandes Niederösterreich. Auch bei den Erwerbstätigen ressortieren nur mehr 5 Prozent zum Bereich Agrar und bereits 28 Prozent zu Produktion und 67 (!) Prozent zu Dienstleistungen.

Wirtschaftliche Hausaufgaben plus Auskommen und Lebensqualität der Menschen
Die wichtigsten Forschungsbereiche sind Produktion, Digitalisierung/IKT, Energie/Umwelt, Mobilität/Verkehr sowie Life Sciences und Sicherheit. Als zusammengefasster Befund: Niederösterreich hat und macht seine Hausaufgaben, deckt die standortpolitisch relevanten Zukunftsthemen ab - und kümmert sich dabei auch um Auskommen und Lebensqualität der Menschen. Unabhängige Zahlen und Erhebungen untermauern diesen Befund – und das sickert dann vielleicht auch in sogenannten Qualitätsmedien.

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red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 23.01.2023