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14. Dezember 2017

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Die Konjunkturkurve zeigt steil nach oben

Die Konjunkturkurve zeigt steil nach oben© piqs.de/thomas leth olsen

Der Aufschwung im österreichischen Mittelstand geht weiter. Geschäftslage und Umsätze gut wie schon lange nicht, so eine aktuelle Studie der Creditreform unter 1.700 kleinen und mittelständischen Betrieben.

Die Konjunkturkurve der heimischen KMU zeigt weiter steil nach oben und erreicht laut Studienangaben ein Fünfjahreshoch. In allen Wirtschaftsbereichen liegen Lage- und Erwartungsindex deutlich über dem Vorjahr. Am besten ist die Stimmung derzeit beim Verarbeitenden Gewerbe und beim Baugewerbe. Auch bei den Wirtschaftsbereichen „Dienstleistung“ und „Handel“ ist der Aufschwung deutlich spürbar, so die Studienergebnisse.

Bestes Ergebnis der letzten zehn Jahre
Das Creditreform Klimabarometer basiert auf einer Umfrage unter mittelständischen Betrieben in Österreich. Der Index setzt sich zusammen aus den Einschätzungen der Befragten zum eigenen Betrieb, zur eigenen Branche sowie zur konjunkturellen Lage allgemein.
Die Umsatzentwicklung des Mittelstandes war im Herbst dieses Jahres ebenfalls sehr gut. Der Saldo aus gestiegenen und gesunkenen Umsätzen konnte sich mehr als verdoppeln und markiert aktuell das beste Ergebnis der letzten zehn Jahre. In den letzten Monaten verbuchten über 39 Prozent (Vorjahr rund 31 Prozent) der befragten mittelständischen Unternehmer ein Umsatzplus, während rund 13 Prozent ein Umsatzminus (Vorjahr rund 20 Prozent) beklagten.

Zusammenfassung
In Summe konnte die österreichische Konjunktur in der zweiten Hälfte dieses Jahres weiter zulegen und diese positive Dynamik wird sich in den kommenden Monaten fortsetzen. Die Ökonomen prognostizieren ein Wirtschaftswachstum zwischen zwei und drei Prozent für dieses und nächstes Jahr. Gestützt wird die Binnenkonjunktur auch durch den privaten Konsum, der dank einer deutlichen Beschäftigungszunahme weiterhin hoch ist.
Allerdings könnten steigende Mieten und höhere Energiepreise die Konsumfreude der Verbraucher dämpfen. Auch die Gastronomie erhöhte unlängst ihre Preise. Nicht zu vernachlässigen sind die bürokratischen Aufwendungen und Kosten für die Erfüllung der datenschutzrechtlichen Auflagen, welche spätestens im Mai 2018 mit Inkrafttreten der DSGVO erfüllt sein müssen.
Von den derzeit günstigen Entwicklungen auf dem internationalen Markt, innerhalb und außerhalb der Eurozone, profitiert auch die österreichische Exportwirtschaft. Dies kann sich jedoch durch nicht vorhersehbare Entwicklungen (Brexit, Nordkorea, USA u.ä.) schnell ändern, so die Studienautoren von Creditreform. „Heimische Unternehmen sollten daher in diesen guten Zeiten vorsorgen, in dem sie ihren Eigenkapitalpolster weiter aufbauen, sich diversifizieren und neue Märkte erschließen,“ so die abschließende Zusammenfassung.

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red/cc, Economy Ausgabe Webartikel, 05.12.2017