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25. September 2021

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„Innovation schafft Wettbewerbsvorteile“

„Innovation schafft Wettbewerbsvorteile“© Jochen Borenich_KapschBusinessCom

Die digitale Transformation bestimmt den betrieblichen Alltag. Jochen Borenich, Mitglied des Vorstands bei Kapsch BusinessCom, zum aktuellen IT-Bedarf von Unternehmen und Verwaltung und zur erfolgreichen Bewährungsprobe digitaler Dienste in der Corona-Pandemie.

Economy: Wie haben Sie das letzte Jahr im Markt erlebt?

Jochen Borenich: Vielen Unternehmen wurde bewusst, wo es beim Thema Innovation Aufholbedarf gibt. Überraschend war, was alles möglich ist, wenn nötig. Unternehmen treiben sich gegenseitig an, Digitalisierung schafft Wettbewerbsvorteile.

Gibt es gesondert erwähnenswerte Bereiche?

Neben Betrieben und Verwaltung besonders der Bildungsbereich mit einem regelrechten Digitalisierungsschub. Für uns bedeutet das, Schulen und Unis ein Portfolio anzubieten, das von multimedialer Zusammenarbeit über Videokonferenz-Hardware bis hin zu sicheren Netzwerken alles abdeckt. Am Beispiel der TU Graz musste das System über 1.000 Videokonferenzen pro Tag standhalten!

Welche IT-Dienste sind besonders gefragt?

Weiter Home-Office und damit auch Sicherheit, von E-Mail Security bis zum richtigen Verhalten bei Phishing-Attacken. Dann Cloud-Dienste, die gerade jetzt durch flexible, bedarfsorientierte Nutzungsmöglichkeiten punkten. Durch die Pandemie starteten viele Innovationen und jetzt passiert die Weiterentwicklung nach dem Motto: „Wenn wir das schon geschafft haben, gehen wir auch den nächsten Schritt“.

Was sollten Betriebe bei der Umsetzung beachten?

Exakte Planung, klare Definition der Kundenbedürfnisse. Kleinere Projekte nach einander umzusetzen ist sinnvoller als EIN Riesenprojekt. Manchmal muss es aber auch einfach schnell gehen, wie bei der Home Office Umrüstung der Notrufzentrale des ÖAMTC und das betraf auch die Themen Sicherheit und Netzwerkstabilität.

Zwei aktuelle Stichworte. Unternehmensnetzwerke wurden durch Corona noch größere Angriffsflächen. Besondere Vorsicht gilt auch mobilen Endgeräten und eben E-Mail Phishing-Attacken. Neben technischen Maßnahmen braucht es hier Schulung der Mitarbeiter.

Ein anderes aktuelles Thema lautet Sensorik. Sensorik ist bei Kapsch BusinessCom in allen Bereichen gegenwärtig, besonders im Smart Manufacturing, etwa Produktionsüberwachung und Qualitätsmanagement. Aber auch beim Thema „Smart Spaces“ wird Sensorik eingesetzt. Daten sind für die Gestaltung von Büros eine wichtige Entscheidungsbasis.

Gibt es ein Praxisbeispiel?

Mit dem Management-Tool Se:connect und Sensorik in den Büromöbeln lässt sich in Echtzeit messen, welche Plätze eines „Smart Office“ genutzt werden und welche nicht. Die Daten dienen als Entscheidungsgrundlage zur Planung der Büroflächen und das reicht von Gestaltung und Belegung über Buchung und Findung mittels Apps bis zur Info, wo Kollegen oder Teams sind.

Das könnte auch im Corona-Kontext sinnvoll sein …

… ja, weil damit auch das Zutritts-Management geregelt werden kann und zudem verbundene Luftreiniger für frische Raumluft nach jedem Meeting. „Smart Air“ sozusagen. Das gilt generell für Eintrittsbereiche von Gebäuden oder betriebliche Arbeitsumgebungen. Ein Bestandteil der Smart Spaces sind auch „Hybrid Rooms“, die fließende Übergänge vom lockeren Beisammensein zu multimedialen Workshops erlauben, kabellose Kommunikation inklusive.

Kapsch entwickelt für Kunden vermehrt Innovationen für neue Geschäftsfelder, etwa virtuelle Servicedienste für Adler Lacke. Gibt es weitere Beispiele?

Ja, sogenannte Smart Identity & Signature Lösungen für unseren Kunden KSV1870. Dabei geht es um einen komplett digitalisierten und sicheren InfoPass für verschiedene Einsätze und Zielgruppen, etwa Finanzdienstleister, Behörden, Vermieter oder allgemeine Bewerbungen.

Links

red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 03.05.2021