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10. Dezember 2018

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Internationale Betriebe bevorzugen Standort Österreich

Internationale Betriebe bevorzugen Standort Österreich©  BMDW/HBF/Karlovits

Neues Rekordergebnis bei Betriebsansiedlungen im Vorjahr.

ABA-Austria verkündet für 2017 neuen Rekord bei Betriebsansiedlungen ausländischer Unternehmen. Im Bundesländeranking führt Wien vor Salzburg und Niederösterreich. In Summe gab 344 Ansiedlungen was einen Zuwachs von rund 8 Prozent ergibt.

Die zum Ministerium für Digitalisierung und Wirtschaft ressortierende Betriebsansiedlungsagentur ABA – Invest in Austria konnte 2017 das erfolgreichste Jahr der 35-jährigen Unternehmensgeschichte verzeichnen. Die Zahl der 2017 von ABA und den Regionalgesellschaften bei der Ansiedlung in Österreich betreuten ausländischen Unternehmen stieg gegenüber dem Vorjahresrekord von 319 um weitere 7,8 Prozent auf den neuen Höchstwert von 344 Unternehmen.
Die mit den Neuansiedlungen verbundene Investitionssumme legte um 2,6% auf knapp 724 Millionen Euro (2016: 705 Mio. Euro) zu und die Zahl der damit neu geschaffenen Arbeitsplätze verzeichnete mit 2.672 einen Zuwachs von knapp 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2016: 2.622). „Der Standort Österreich punktet bei ausländischen Konzernen vor allem mit Stabilität und Sicherheit, hoher Osteuropa-Kompetenz sowie einem kaufkräftigen Markt“, erläutert Margarete Schramböck, Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaft.
 
Betriebe aus Deutschland führen, großes Interesse aus Italien und CEE/SEE-Ländern
Deutschland war mit 118 Unternehmen auch 2017 wieder Investorenland Nummer Eins und zeichnete damit für rund ein Drittel aller ABA-Projekte verantwortlich. Italien mit 26 Neuansiedlungen, traditionell zweitwichtigstes Investorenland - musste sich diesmal den Platz mit gleich zwei weiteren Ländern teilen: gegenüber 2016 war Österreich für Schweizer Unternehmen 2017 noch um einiges attraktiver – 26 entschieden sich für den Standort (2016: 17), ebenso zog es 26 Unternehmen aus Slowenien nach Österreich – 2016 waren es 16.
Besonders groß war das Interesse im Vorjahr seitens Unternehmen aus den CEE/SEE-Ländern. War der Trend der Betriebsansiedlungen aus diesen Ländern bereits seit rund zehn Jahren kontinuierlich steigend, so betrug ihr Anteil 2017 mit 99 Unternehmen sogar knapp ein Drittel aller neuen ABA-Ansiedlungen. Am stärksten waren darunter Slowenien (26 Unternehmen), Ungarn (18 Unternehmen), die Slowakei (14 Unternehmen) und Russland (11 Unternehmen) vertreten.
Von den angesiedelten Unternehmen betreiben 34 am Standort Österreich Forschung und Entwicklung, 22 Unternehmen sind Produktionsunternehmen, elf Unternehmen bearbeiten von Österreich aus noch weitere Märkte, darunter Eurocoin, der erste „Brexit-Flüchtling“ unter den ABA-Ansiedlungen.
Unter den Branchen sind industrienahe Dienstleistungen (51) und IT /Telekom/Software (49) am stärksten vertreten.Besonders gefragt war auch 2017 der StartUp-Standort Österreich: Hier erhöhte sich die Zahl der angesiedelten Jungunternehmen um mehr als 30% von 18 auf 24.
 
Wien vor Salzburg und Niederösterreich
Auch 2017 siedelte sich mit 157 die Mehrzahl der internationalen Unternehmen in der Hauptstadt Wien an (2016: 155). Stärkstes Bundesland nach Wien war zum zweiten Mal in Folge Salzburg mit 42 Betriebsansiedlungen (2016: 31) vor Niederösterreich mit 29 Unternehmen (2016: 20).
Kärnten konnte 2017 mit 27 Neuansiedlungen die Zahl von 2016 halten, gefolgt von Tirol (2016: 22) und der Steiermark (2016: 21) mit jeweils 26 Unternehmen. 23 Unternehmen entschieden sich für das Bundesland Oberösterreich (2016: ebenfalls 23), sieben für Vorarlberg (2016: elf) und fünf für das Burgenland (2016: sieben). Zwei Unternehmen haben Standorte in mehreren Bundesländern.
 
Strategischer Fokus Asien
Der Standort Österreich punktet bei Unternehmen aus der EU und vor allem aus den Nachbarländern. Zahlenmäßig noch gering, aber strategisch bedeutend, sind die Ansiedelungen aus boomenden Wirtschaftsregionen wie etwa China. 2017 kamen 11 Ansiedelungen aus China über die ABA nach Österreich. Das Land ist eine der am stärksten wachsenden Wirtschaftsmächte mit einem Wirtschaftswachstum von knapp 7 Prozent (IWF-Prognose 2018: 6,6%).
Aus dem Tigerstaat Südkorea gab es nur eine Ansiedelung, ebenso aus Südostasien (Singapur), einem der Wachstumsmärkte der Zukunft. „Der Kontinent boomt, der Anstieg der Exporte nach Asien ist enorm. Wir wollen Schwerpunkte auf bestimmte Regionen setzen, hier sind neue Geschäftsbeziehungen das Ziel“, erläutert Schramböck.

ABA und Wirtschaftsressort koordinieren Außenhandelsstrategie 
Um das Potential der asiatischen Wirtschaftsregionen stärker zu nutzen, wird daher unter Federführung des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaft gemeinsam mit dem Außenministerium und der Wirtschaftskammer Österreich eine Außenhandelsstrategie für Österreich ausgearbeitet. Ziele sind dabei eine verstärkte Abstimmung der Zielmärkte auf die Stärken heimischer Produkte und Branchen (Produkt-Länder-Markt-Kombination), weiters die Förderung der Internationalisierung von KMU und Start-Ups sowie strategische Schwerpunktsetzungen im Ausland.
Die ABA-Invest in Austria ist eine im Eigentum des österreichischen Wirtschaftsministeriums stehende Betriebsansiedlungsgesellschaft. Sie berät interessierte Unternehmen kostenlos bei der Standortwahl, in arbeits- und steuerrechtlichen Fragen, hilft bei der Suche nach Kooperationspartnern und unterstützt im Kontakt mit Behörden.

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red/cc, Economy Ausgabe Webartikel, 05.03.2018