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14. Dezember 2017

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Starkes Plus bei Halbjahresergebnis für österreichische Kreditinstitute

Starkes Plus bei Halbjahresergebnis für österreichische Kreditinstitute© Bilderbox.com

Konsolidierte Ertragslage der in Österreich meldepflichtigen Kreditinstitute, so die aktuelle Meldung der Österreichischen Nationalbank.

Im 1. Halbjahr 2017 erzielten die österreichischen Kreditinstitute mit rund 3,4 Mrd Euro ein konsolidiertes Periodenergebnis, das um 465,7 Mio. über dem Vergleichszeitraum des Vorjahrs lag. Für die positive Entwicklung sorgten vor allem die höheren Betriebserträge und Gewinne aus Beteiligungen sowie die deutlich geringeren Abschreibungen und Aufwendungen für Risikovorsorgen im Kreditgeschäft.
Die bereinigten konsolidierten Betriebserträge (ohne Risikovorsorgen) der österreichischen Kreditinstitute lagen im 1. Halbjahr 2017 um 4,1 % über dem Vorjahreswert. Starke Veränderungen gab es vor allem beim Provisionsergebnis (+5,3 %) sowie dem sonstigen betrieblichen Ergebnis (+143,7 %). Positiv auf die Betriebserträge wirkten sich zudem die um 12,0 % gestiegenen Dividenden und Beteiligungserträge aus. Der um knapp über 29 % geringere Handelserfolg beeinflusste die Betriebserträge hingegen negativ. Weitgehend stabil blieb das Nettozinsergebnis, das sich als wichtigste Ertragskomponente der österreichischen Kreditinstitute nur geringfügig verschlechterte.

Detailierte Ergebniskennzahlen
Das bereinigte konsolidierte Betriebsergebnis (ohne Risikovorsorgen) wies einen Anstieg um 17,1 % aus. Dies ist neben den höheren Betriebserträgen auf die um 24,9 % geringeren Abschreibungen von Vermögenswerten zurückzuführen. Die Verwaltungsaufwendungen stiegen hingegen leicht an (+0,9 %); eine Entwicklung, die sowohl von den Personalaufwendungen (+0,8 %) als auch von den Sachaufwendungen (+1,1 %) ausgeht.
Insgesamt konnte das bereinigte konsolidierte Periodenergebnis nach Steuern und Minderheitenanteilen um 32,4 % verbessert werden. Geringere Aufwendungen für Risikovorsorgen im Kreditgeschäft (–25,4 %) und ein höheres Ergebnis aus Beteiligungen an Tochter-, Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen (+69,0 %) sind dafür maßgeblich. Ergebnisverschlechternd wirkten sich hingegen die stark gestiegenen sonstigen Rückstellungen aus.

Hinweis zur Presseaussendung vom 11. April 2017:
Die OeNB bittet noch um Hinweis zur aktuellen Presseaussendung, dass das darin angeführte konsolidierte Jahresergebnis nach Steuern und Minderheitenanteilen des Jahres 2016 in Höhe von 4,8 Mrd Euro auf den zum Zeitpunkt der Presseaussendung vorliegenden aufsichtsstatistischen Meldedaten baiserte. Auf Basis von in der Zwischenzeit eingelangten und vom Bankprüfer geprüften IFRS-Jahresabschlüssen beträgt das Jahresergebnis nach Steuern und Minderheitenanteilen des Jahres 2016 5,0 Mrd EUR. Dieser Anstieg, der im Zusammenhang mit der Umstrukturierung einer Bankengruppe steht, ist im Wesentlichen auf deutlich geringere Minderheitenanteile zurückzuführen.

Links

red, Economy Ausgabe Webartikel, 17.10.2017