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25. Februar 2020

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Starkes Umsatzplus bei deutscher Autoindustrie

Starkes Umsatzplus bei deutscher Autoindustrie© Pexels.com

Deutsche Autokonzerne im dritten Quartal weltweit mit stärkstem Umsatzplus. Positive Impulse für österreichische Zulieferindustrie. Automobile Zukunft entscheidet sich über E-Mobilität und Kooperationen, so aktuelle Studie von EY.

(red/czaak) Nach einem schwachen ersten Halbjahr haben die deutschen Autokonzerne im dritten Quartal wieder Gas gegeben und den Großteil der übrigen Autohersteller hinter sich gelassen. „Das ist besonders erfreulich, weil so auch mit positiven Effekten für die österreichische Zulieferindustrie zu rechnen ist“, so Gerhard Schwartz, Leiter des Bereichs Industrial Products bei EY Österreich.

Beim Umsatz legten die drei deutschen Konzerne um neun Prozent zu, während Japan, Frankreich und USA jeweils rückläufige Umsätze meldeten. Eine ähnliche Entwicklung gab es beim Neuwagenabsatz, der bei den deutschen Autobauern insgesamt um fünf Prozent zulegte, während der Gesamtmarkt um zwei Prozent schrumpfte. Besonders in China zeigt der Trend nach unten: Um sechs Prozent sanken die Verkäufe der 16 weltweit führenden Autokonzerne im Reich der Mitte.

Die US-Hersteller verzeichneten einen Rückgang um 20 Prozent, bei den japanischen Herstellern schrumpfte das China-Geschäft um 28 Prozent, bei den französischen Autobauern sogar um 55 Prozent. Nur die deutschen Autobauer konnten insgesamt dem Abwärtstrend trotzen und steigerten die Neuwagenverkäufe in China um ein Prozent. Das sind Ergebnisse einer Analyse der Finanzkennzahlen der 16 größten Autokonzerne der Welt, die die Prüfungs- und Beratungsorganisation EY quartalsweise erstellt.

Umsatzwachstum dank SUVs und Pick-Ups
Nur fünf der 16 analysierten Unternehmen konnten ihren Pkw-Absatz im dritten Quartal erhöhen. Das stärkste Plus verzeichneten die drei deutschen Konzerne: Daimler legte um acht Prozent zu, Volkswagen und BMW jeweils um vier Prozent. Außer den deutschen Autobauern konnten nur Kia und Toyota mehr Autos verkaufen als im Vorjahreszeitraum.

Beim weltweiten Umsatz konnte hingegen immerhin die Hälfte der Unternehmen zulegen, or allem dank des anhaltenden Booms bei SUVs und Pick-Ups. So schafften etwa die US-Konzerne trotz eines Absatzrückgangs um sieben Prozent ein Gewinnplus von zehn Prozent. „Der Trend zu größeren und teureren Autos federt derzeit noch die Auswirkungen sinkender Stückzahlen ab und sorgt für steigende Gewinne“, betont Schwartz.

Kräftiger Absatzanstieg von Elektroautos und Bewährungsprobe
Um die CO2-Bilanz der eigenen Neuwagenflotte aufzubessern und hohe Strafzahlungen zu vermeiden, setzen viele Autokonzerne zunehmend auf Elektroautos. „Im kommenden Jahr werden wir einen kräftigen Absatzanstieg von Elektroautos sehen. Neue Modelle auch im Kleinwagen- und Kompaktsegment kommen auf den Markt“, so Schwartz. Mit der prognostizierten Entwicklung der Elektromobilität hin zum Massenmarkt passiert parallel der technologische Umbruch in der Autoindustrie.

„Die eigentliche Bewährungsprobe für die Autobranche steht noch bevor. Es gilt die Fabriken umzurüsten, die Kostenstruktur an niedrigere Margen anzupassen, dabei gleichzeitig noch genug Geld für Zukunftsinvestitionen zur Verfügung zu haben. Ob dies mit der weltweit subventionierten Elektrooffensive funktionieren kann, bleibt weiterhin die größte Wette der Automobilindustrie“, so der EY-Experte.

In jedem Fall steht ein tiefgreifender Umbau an, den nicht alle Unternehmen meistern können. „Um Kosten und Risiken auf mehrere Schultern zu verteilen, geht der Trend hin zu immer weiter reichenden Kooperationen, Partnerschaften und auch Fusionen. Coopetition wird zur Erfolgsformel: Nur wer strategische Allianzen oder Kooperationen mit Wettbewerbern eingeht, wird überleben können. Die FCA-PSA-Fusion dürfte erst der Anfang einer neuen Konsolidierungswelle sein“, resümiert Schwartz.

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red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 09.12.2019