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23. Januar 2021

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Abruptes Ende der konjunkturellen Erholung

Abruptes Ende der konjunkturellen Erholung©Pexels.com/Lilli Waugh

Geschäftserwartungen der deutschen Industrie hatten sich erst kürzlich weiter verbessert. Jetzt wird der Lockdown den Anstieg der Wirtschaftsleistung deutlich bremsen, so die aktuelle Konjunkturumfrage des Müncher ifo-Instituts.

(red/cc) Die Deutschen Autobauer blickten zuletzt wieder optimistischer in die Zukunft. Der vom ifo-Institut regelmäßig erhobene Indikator stieg hier im September auf 53 Punkte, nach 48 im August. Auch die Aussichten bei den Herstellern von Lederwaren und Schuhen hatten sich deutlich verbessert. Der Indikator ist positiv und das erstmals seit März 2016. Im September stieg er gleich auf plus 11 Punkte, nach minus 57 im August. Auch die Hersteller von Druckerzeugnissen erwarteten eine Ausweitung ihrer Produktion, hier steigt der Indikator auf 14 Punkte, nach minus 17 im August.

Zehn Milliarden Ausfall
Nach aktuellen Berechnungen des ifo-Instituts dürfte der nunmehr verordnete Lockdown in Deutschland einen Ausfall der gesamtwirtschaftlichen Produktion von etwas mehr als 10 Milliarden Euro zur Folge haben. Angenommen wird, die Umsätze im Gastgewerbe gehen von 75 Prozent des sommerlichen Normalniveaus auf etwa 20 Prozent zurück. Die Umsätze der übrigen Anbieter von Dienstleistungen des „sozialen Konsums“ dürften von geschätzt 30 Prozent auf nunmehr 10 Prozent sinken. Dazu gehören Freizeit- und Kulturdienstleistungen, Pauschalreisen, sowie Dienstleistungen der Körperpflege. Dort war die Erholung im Sommer nur schleppend verlaufen.

Für die Berechnung des Ausfalls gehen die ifo-Forscher von Umsatzreduktionen bereits im Oktober aus. Denn private Haushalte haben ihr Verhalten möglicherweise schon allein wegen der steigenden Zahl an Neuinfektionen mit dem Coronavirus angepasst. Für den Dezember wurde eine langsame Erholung unterstellt. Außen vor blieben bei den Berechnungen indirekte Auswirkungen der in anderen Ländern verhängten Maßnahmen auf die deutsche Wirtschaft.

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red/cc, Economy Ausgabe Webartikel, 26.10.2020