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19. Juni 2024

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Entspannung bei Fachkräftemangel und Produktionsketten

Entspannung bei Fachkräftemangel und Produktionsketten© pexels/thridman

Zu Jahresbeginn meldeten weniger deutsche Betriebe einen Mangel an Fachkräften. Weiter entspannt hat sich auch der Materialmangel in der Industrie, so die jüngsten Umfragen des deutschen ifo-Instituts.

(red/cc) Im Jänner gaben rund 44 Prozent (43,6) der Unternehmen an, von Fachkräftemangel beeinträchtigt zu werden, nach rund 46 Prozent (45,7) im letzten Oktober. Das Allzeithoch bei diesem Thema war im Juli 2022 mit fast 50 Prozent (49,7) erreicht worden. Die Situation hat sich also nun über einen Zeitraum eines halben Jahres entspannt. Allerdings „bleiben die Sorgen der Unternehmen, passende Fachkräfte zu finden, weiterhin groß“, sagt Stefan Sauer, Experte beim Münchner ifo-Institut.

Am stärksten betroffen sind weiterhin viele Dienstleister. In der Rechts- und Steuerberatung sowie der Wirtschaftsprüfung waren es über 75 Prozent (75,2). In den Bereichen Einlagerung, im Verkehrsbereich und in den Architektur- und Ingenieurbüros klagen etwas mehr als die Hälfte der Unternehmen über Fachkräftemangel und hier hat die Knappheit weiter zugenommen.

Metallerzeugung und -bearbeitung sowie Hersteller von Datenverarbeitungsgeräten
Im Verarbeitenden Gewerbe sind weniger Firmen von fehlenden Fachkräften beeinträchtigt. 16,4 Prozent der Unternehmen aus der Chemischen Industrie meldeten einen Mangel, nach 19,6 im Oktober. In der Metallerzeugung und -bearbeitung waren es 23,6 Prozent, nach 45,2. Die Hersteller von Datenverarbeitungsgeräten waren mit 59,5 Prozent dagegen so stark wie noch nie eingeschränkt, so die ifo-Erhebungen.

Ein anderes relevantes Thema in der Wirtschaft ist der Bereich Produktion bzw. die dafür nötigen Materialien und auch hier entspannt sich die Lage. Im Februar berichteten 45,4 Prozent der befragten Firmen von entsprechenden Problemen. Das ist die niedrigste Zahl seit April 2021. Im Januar waren es noch 48,4 Prozent, so das hier ebenso erhebende ifo-Institut.

Entspannung bei energieintensiven Branchen wie Papier, Kunststoff und Glasherstellung
„Es gibt im Moment keine Anzeichen, dass sich die Materialengpässe wieder verschärfen könnten“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo Umfragen. „Viele Unternehmen können aber die Produktion immer noch nicht wie gewünscht hochfahren“, so Wohlrabe. Engpässe bei Rohstoffen und Vorprodukten gibt es in Maschinenbau, Elektroindustrie und in der Automobilbranche.

Weiter entspannt hat sich die Lage in der Chemie und gleiches gilt auch für andere energieintensive Branchen wie Papier, Kunststoff, sowie Glasherstellung, wo die Anteile nunmehr unter 20 Prozent liegen. Das Papiergewerbe gehört mit rund 9 Prozent zu den Branchen, die gegenwärtig am wenigsten betroffen sind, so das ifo-Institut.

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red/cc, Economy Ausgabe Webartikel, 07.03.2023