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19. Juni 2024

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„Fachkräftemangel treibt Nachfrage nach externen IT-Services“

„Fachkräftemangel treibt Nachfrage nach externen IT-Services“© Dietmar Wiesinger/CANCOM

Digitale Transformation schafft neue betriebliche Wertschöpfung. Welche Entwicklungen hier aktuell relevant sind, erläutert Dietmar Wiesinger, Mitglied des Vorstands bei CANCOM Austria.

Economy: Seit Jänner firmiert K-Businesscom als CANCOM Austria und ist Teil der internationalen CANCOM-Gruppe. Was waren die Beweggründe für den Zusammenschluss?
Dietmar Wiesinger: Als Teil der CANCOM Gruppe sind wir ein maßgeblicher ICT-Player im gesamten D-A-CH-Raum und stärken so auch unsere Position in Österreich. Für unsere Kunden bedeutet das erweiterte Dienstleistungen und wir können unsere Produkte einem breiteren Markt zugänglich machen. Die D-A-CH-Region eröffnet uns vielfältige Möglichkeiten für Expansion.

Was sind Schwerpunkte bei Produkten und Dienstleistungen?
Unsere Kunden profitieren von einem ganzheitlichen Produkt- und Serviceportfolio mit zusätzlichen Kompetenzen bei KI, Digital Solutions und Software. Mit einem Anteil von rund einem Drittel am Gesamtkonzernumsatz ist CANCOM Austria hier auch ein bedeutender Bestandteil der Gruppe. Wir bleiben als eigenständige AG in Österreich bestehen mit Niederlassungen in der Schweiz, Rumänien und Tschechien.

Welche Themen sind in der Business-IT aktuell relevant?
Nach wie vor das Thema Cyber-Security. Die CANCOM Gruppe betreibt ein Security Operation Center (SOC) in Deutschland und wir parallel dazu das größte SOC in Österreich. Hier bündeln wir die Kompetenzen und mit dieser Expertise steigt auch Mehrwert und Sicherheit für unsere Kunden. Wir beschäftigen uns über 20 Jahre mit Cyber-Security und entwickeln das Service Offering ständig weiter.

Um welche Bereiche geht es dabei operativ?
Beispielhaft Security bei Operation-Technology (OT) und Supply-Chain, also übergreifende Prozess- und Wertschöpfungsketten. Relevant ist zudem, dass wir kein Hersteller von Security-Software sind, sondern ein produktunabhängiger Dienstleister für Lösungen und Services. So können wir eine vielfältige Auswahl an Technologien anbieten mit maßgeschneiderten Lösungen für die individuellen Bedürfnisse unserer Kunden.

Welche Schwerpunkte gibt es noch bei CANCOM Austria?
Wir stehen für Erfahrung und zertifizierte Expertise bei Collaboration, Netzwerk, Datamanagement & KI, hybride Cloud, Smart Working & Building oder eben Security. Wir arbeiten hier als Berater, als Umsetzungspartner, als Managed Services Partner oder als Entwickler für neue Business-Modelle und kombinieren das mit Technologien etwa von Cisco, HPE, Microsoft oder AWS.

Digitalisierung ist nun auch mit Nachhaltigkeit verbunden…
… Ja und das zeigt beispielhaft das EU-Projekt „RecAL“ (Recycling Technologies for Circular Aluminium), wo 19 Partner unter Leitung des Leichtmetallkompetenzzentrums Ranshofen zukünftige Recycling-Use Cases entwickeln. CANCOM Austria liefert hier die Digitaltechnologie. Final sollen alle Aktivitäten auf einer europäischen Online-Plattform zentral gebündelt werden.

Wie kann man sich hier dann die operative Umsetzung vorstellen?
Dieser „Hub“ ist das Herzstück des Projekts und kommt von uns. Wir sehen uns hier als Pionier, der das Potenzial und die Notwendigkeit erkannt hat, eine nachhaltige Industrie-Produktion durch Datentransparenz zu ermöglichen. Unsere Stärke liegt darin, dass wir sowohl ein starkes Industrienetzwerk als auch die richtige Methodik und jahrelanges Know-how sowie Entwicklung und Betrieb der Lösung einbringen können.

Abschließend noch das Thema Fachkräftemangel. Kann das ein IT Service-Provider ausgleichen?
Absolut. Die Bedeutung der IT hat enorm zugenommen, insbesondere im Kontext von Automatisierung, Digitalisierung und der Nutzung von künstlicher Intelligenz (KI). Um all diese Entwicklungen voranzutreiben, sind entsprechend qualifizierte Fachkräfte erforderlich, die vor allem im Mittelstand oft fehlen. Hier erkennen wir ein erhebliches Potenzial für unsere Managed Services, um Unternehmen bei der Bewältigung des Fachkräftemangels zu unterstützen.

Links

red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 14.05.2024